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Schritt 2: Finanzierungsbausteine wählen

Finanzierungsbausteine: individuelle Kriterien entscheiden über die Wahl

Hausfinanzierung: Finanzierungsbausteine

Die persönliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Risikobereitschaft des künftigen Eigenheimbesitzers entscheiden über die Wahl der Finanzierungsmöglichkeiten einer Immobilie. Alle, die einen aktuell niedrigen Bauzins langfristig nutzen wollen, sollten sich für eine lange Zinsbindung entscheiden. Während der Laufzeit ist der Darlehensnehmer vor einem Zinsanstieg geschützt und muss zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung einen überschaubaren Restschuldenberg tilgen.

Flexibilität: Kriterien für jede Lage

Fast jedes Kreditinstitut bietet heute fest verzinste Baudarlehen mit variablen Rückzahlungsmöglichkeiten an. Darüber hinaus ist es meist auch möglich, von Sondertilgungsoptionen bis zu einer fest vereinbarten Summe zu profitieren. Nicht selten können bis zu fünf Prozent von der Darlehenssumme jährlich getilgt werden und dies meist ohne einen Aufschlag. Ein Wechsel der monatlichen Rate während der vertraglich vereinbarten Zinsbindung gehört bei einigen Geldhäusern ebenfalls dazu. Darlehensnehmer, die sich den Rücken frei halten wollen, sollten sich für diese flexiblen Bausteine entscheiden, um die Rate an die persönliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit anzupassen.

Zins und Tilgung: zwei, die zusammen gehören

Eine aktuelle Niedrigzinsphase sollte mit einer langfristigen Zinsbindung genutzt werden und dies für einen Zeitraum von wenigstens 10 oder 15 Jahre. Sicherheitsorientierte können sich gar die Zinsen für eine Darlehenslaufzeit von 20 oder 30 Jahren festschreiben lassen. Jedoch verlangen Banken für eine lange Zinsbindungsfrist einen Aufschlag. Die Sicherheit einer Hausfinanzierung ist auch maßgeblich vom Eingangstilgungssatz abhängig. Die Zeiten einer Standardtilgungshöhe von nur einem Prozent sollten der Vergangenheit angehören. Alle, die durch niedrige Zinsen Geld einsparen, sollten in eine höhere Tilgung investieren. Je höher das Kapital, das für den Schuldenabbau eingesetzt ausfällt, desto kürzer fällt die Laufzeit aus. Parallel dazu lassen sich Zinskosten einsparen. In der Regel dauert das Tilgen eines Baudarlehens bei einem Eingangstilgungssatz von einem Prozent bis zu 40 Jahre. Darlehensnehmer, die früher schuldenfrei wohnen wollen, sichern sich diesen Vorteil durch eine Tilgung von mindestens zwei Prozent oder Sondertilgungsoptionen. Darüber hinaus werden Darlehen mit einem hohen Tilgungssatz zu besseren Konditionen vergeben, als Standardangebote.

Oft entscheiden sich Häuslebauer für das klassische Hypothekendarlehen, auch Annuitätendarlehen genannt. Es verschafft durch gleichbleibende Raten während der Zinsbindung Planungssicherheit durch einen kontinuierlichen Schuldenabbau. Entscheidet sich der Kreditnehmer für eine lange Zinsbindung von mehr als zehn Jahren, profitiert er vom seinem gesetzlichen Recht der Sonderkündigung nach zehn Jahren. Zu den Voraussetzungen gehört, dass der Kredit bereits voll ausgezahlt wurde. Mit einer Frist von einem halben Jahr kann das Baudarlehen gekündigt und ganz oder teilweise zurück gezahlt werden. Viele Darlehensnehmer können dann problemlos zu einem günstigeren Geldgeber wechseln.

Zinssicherheit bietet nicht nur das Annuitätendarlehen, sondern auch die Bausparfinanzierung. Ein Kombikredit aus einem tilgungsfreien Darlehen und einem konventionellen Bausparvertrag ist oftmals eine günstige Variante für alle, die wenigstens 20 Jahre für das Tilgen ihres Kredits beanspruchen werden. Ein detaillierter Finanzierungsplan von Banken und Bausparkassen gibt Aufschluss darüber, welches Angebot günstiger ausfällt. Wer sich für die Bausparkasse entscheidet, sollte darauf achten, dass die Zinsen für das Vorausdarlehen bis zur endgültigen Zuteilung des Bausparvertrags fest definiert sind.

Wer ohne Startkapital eine Immobilie erwerben will, kann eine Vollfinanzierung nutzen. Dieses 100-Prozent-Darlehen eröffnet Menschen, die einen aktuellen Niedrigzinssatz „mitnehmen“ wollen, ohne langwierig Eigenkapital anzusparen, eine Hausfinanzierung. Doch eignet sich diese Variante nur für diejenigen, die einen festen Arbeitsplatz und ein entsprechend hohes Einkommen haben. Erlaubt es die wirtschaftliche Situation nicht, die Raten zu tilgen, ist ein Notverkauf der Immobilie ebenso die Folge, wie ein verbleibender Schuldenberg.