Hausfinanzierung24.com - 5 Experten Tipps

Tipp 1: Finanzplan erstellen

Finanzplan: Soll und Haben bestimmen die Kostenkalkulation

Hausfinanzierung: Finanzplan erstellen

Damit eine Hausfinanzierung nicht zu einem finanziellen Desaster wird, sollte sich jeder frühzeitig einen Überblick über seine wirtschaftlichen Möglichkeiten und den aktuellen Finanzmarkt verschaffen. Die individuelle Bonität muss einen ausreichenden Spielraum zulassen, die monatlichen Belastungsraten bis zum Laufzeitende zu tilgen. Gerade in Zeiten schwankender konjunktureller Entwicklungen und Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, nimmt eine umfassende Kalkulation einen hohen Stellenwert ein. Eine intensive Planung beinhaltet immer das Ermitteln der Lebenshaltungskosten. Banken legen in der Regel Richtwerte zugrunde, doch der persönliche Bedarf lässt sich unkompliziert selber ermitteln.

Kassensturz: wieviel bleibt übrig?

Alle kontinuierlichen Zahlungseingänge, zu denen das Gehalt wie auch eventuelle Mieteinnahmen und sonstige regelmäßigen Einnahmen gehören müssen addiert werden. Kindergeld und Rentenansprüche gehören dazu, wobei „Extras“ wie Überstunden, Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht einfließen sollten.

Dem gegenüber müssen alle laufenden Ausgaben wie das Unterhalten von Fahrzeugen, Versicherungsbeiträge, Raten für laufende Kredite, Ausgaben für Kindergarten und Schule wie auch der Bedarf an Nahrung und Haushaltsmitteln gegenüber gestellt werden.

Die Summe aus allen Posten ergibt den monatlichen Grundbedarf, der von den Einnahmen abgezogen werden muss. Die Differenz daraus gibt die Summe wieder, die für eine monatliche Belastungsrate verwendet werden kann. Jedoch ist es empfehlenswert, auch einen „Puffer“ für unvorhersehbare Ausgaben wie Reparaturen bei der Berechnung zu berücksichtigen.

Eigenkapital: je mehr, desto besser

Das Eigenkapital gehört auch heute noch zu den wichtigen Bausteinen einer planungssicheren Hausfinanzierung. Grundsätzlich gilt die Faustregel: je höher die eigenen Mittel ausfallen, desto niedriger ist die Zinsbelastung. Banken belohnen dieses Sicherheitskriterium in der Regel mit einem günstigeren Zinssatz als sogenannte Vollfinanzierungen, die immer mit einem Ausfallrisiko behaftet sind.

Empfohlen wird von vielen Finanzierungsexperten ein Eigenkapital, das zwischen 20 und 40 Prozent von den gesamten Bau- und Baunebenkosten betragen sollte. Von allen zur Verfügung stehenden Mitteln, sollte der sicherheitsorientierte Darlehensnehmer jedoch eine Reserve für jeden Fall abziehen, die zwischen drei und fünf Nettomonatsgehältern liegen sollte. Alle anderen Mittel wie Sparbriefe, fällig werdende Versicherungen und Bares können als Eigenkapital addiert werden, um die gesamten Finanzierungskosten zu reduzieren.

Muskelhypothek – Risiken durch Fehleinschätzung

Eigenleistungen am Bau geltend zu machen gehört zu den großen Verlockungen. Wer handwerklich geschickt ist, kann enorm an Kosten einsparen und als Eigenkapitalersatzleistungen bei der Bank geltend machen. Diese „Muskelhypothek“ birgt aber auch spezielle Risiken, wenn der Bauherr seine Leistungsfähigkeit oder die Zuverlässigkeit von Helfern überschätzt. Daher sollten alle, die Eigenleistungen einplanen, einige wichtige Kriterien berücksichtigen, um teure Fehler auszuschließen.

Beispielsweise berücksichtigen Häuslebauer nicht immer alle Kosten, die mit Eigenleistungen verbunden sind wie das Ausleihen von Maschinen und anderen Hilfsmitteln, Versicherungsbeiträge für Helfer an der Baustelle und Transportkosten von Materialien. Zu den eklatantesten Fehlern gehört jedoch, dass Nichteinhalten des Zeitplans. Nicht selten übersieht der Bauherr, dass der selber gesteckte Zeitrahmen eingehalten werden muss. Kommt es zu zeitlichen Verzögerungen, drohen Doppelbelastungen durch Monatsrate und laufende Miete der aktuellen Wohnung. Ein Kriterium, das ebenfalls oft vernachlässigt wird, ist die fehlende Gewährleistung. Alle selber erbrachten und nicht sachgerecht ausgeführten Arbeiten gehen zu Lasten des Bauherren. Muss eine Firma die Fehler korrigieren, kommen auf den Häuslebauer nicht kalkulierte Zusatzkosten zu. Nicht zu vergessen ist auch eine Meldung von mithelfenden Verwandten und Freunden auf der Baustelle. Selbst wenn kein Lohn gezahlt wird, sind diese bei der Berufsgenossenschaft anzumelden. Pflichtversicherungsbeiträge werden fällig, die bei Nichtleistung zu hohen Bußgeldern führen.